Erinnerungsfragmente


Erinnerungsfragmente

Manuela Mordhorst

Malerei und Faltkunst


Vernissage am Sonntag, 05.10.2025 um 11:15 Uhr
in der Abtei, Wasserzucht 1, 31515 Wunstorf

Einführung: Helga Radtke-Kreinest, 1. Vorsitzende Kunstverein Wunstorf

Finissage (mit vorheriger Anmeldung) am 26.10.2025 um 15:00 Uhr

 

Gedanken von Manuela Mordhorst

 

Ausgangspunkt meiner Arbeit sind meine Naturbeobachtungen, wie Strukturen und Bewegung in der Vegetation, in Wasser, Erde und Himmel. In diese Betrachtungen mischt sich immerzu die Selbstwahrnehmung des Ich als Teil eines im Werden begriffenen Landschaftskörpers, aber auch als das Fremde darin, das sich zwischen Symbiose und Individuation immer neu erfindet.

Intensive Auseinandersetzung mit der Vielfalt der Natur bedeutet auch immer ein Durchdringen verschiedener Schichten – was verbirgt sich unter der Oberfläche, unter dem wachsenden Licht des Morgens, der wandernden Woge des Meeres, unter dem Moosgrün beregneter Erde? Was lockt uns aus der Wiederholung von Ebbe und Flut, Sonnenaufgang und -untergang an unwiederbringlicher Schönheit?

Mit allen Sinnen schauend folge ich den Rundungen der vom Eis geschliffenen Schären ebenso wie den schlingernden Grenzen der Salzwiesen, die den Betrachter gleichermaßen in die Tiefe einladen.

Die zarte Grenze zwischen Land und Meer, zwischen Himmel und Wasser und den sich begegnenden Elementen rührt auch an unsere Grenze zwischen Ich und Welt, und an die immer neue Grenze zwischen dem Vertrauten und dem Andersartigen.

Meine Werke betrachte ich als subjektive Erinnerungsstücke ebenso wie als Resonanzraum, in dem der Landschaftskörper menschliche Erfahrung bezeugt und Fragen schenkt, denen wir uns aussetzen dürfen. Was werde ich, inmitten zerklüfteter Felsen, peitschender Sturmflut und zarter Morgenröte am Horizont? Was wird die atmende Landschaft unter meinen Schritten? Welche Strukturen erkenne ich nur mit den Händen und den Fußsohlen als Strukturen des Seins wieder, und welche Bilder verschmelzender Elemente sinken mir als Sinnbilder des Morgigen in die Seele?

Gleichzeitig taucht immer wieder die Frage nach Eigenverantwortung auf, wer bin ich ohne die Natur? Wie kann ich innere Ruhe finden, ohne das Atmen der Bäume, der pulsierenden Erde, ohne die wogende, brechende und peitschende Energie des Meeres? Wie hat sich die Natur bereits überdie vergangenen Jahrzehnte verändert und wie wird sie sich weiter wandeln? Was ist meine ganz eigene Rolle in dieser Beziehung zwischen Mensch und Natur bzw. Umwelt?

Als Resultat dieser Überlegungen arbeite ich vornehmlich mit natürlichen Materialien, gerne auch solchen, die ich selbst sammle oder herstelle, wie z.B. Pigmente, dabei wird auf den Einsatz von Chemikalien weitgehend verzichtet. Dabei wirkt das natürliche und selbst verarbeitete Material häufig als Impulsgeber und Treibmittel, dem ich mich flexibel anpassen und dessen Ideen ich folgen muss. So kombiniere ich Malerei auch mit Objektkunst, Papierwerke mit Collage- und Vergoldungsarbeit und immer wieder experimentiere ich neu, um mich auf das Fremde einzulassen, das mich aus dem Vertrauten ruft und mich daran erinnert, dass alles in Bewegung ist.

Impressionen der Vernissage


Wir bedanken uns bei unseren Unterstützern.